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Hirt Systemtechnik Präzisionsfertigung für Luft- und Raumfahrt

Wenn zum Bauteil der Nachweis gehört

Bei Hirt Systemtechnik wird nicht nur das Teil geliefert, sondern auch seine Dokumentation. Fehlt der Nachweis, ist ein Bauteil nicht auslieferbar, auch wenn es längst fertig auf dem Tisch liegt.

Branche
Zerspanung, Baugruppen, Kabelkonfektion
Standort
St. Leon-Rot, Rhein-Neckar
Betreute Systeme
rund 42
Davon Arbeitsplätze
etwa 39
Die Ausgangslage

Ein Bauteil ist erst mit seinem Nachweis fertig

Hirt Systemtechnik fertigt Präzisionsteile und Baugruppen für Luft- und Raumfahrt, Verteidigungs- und Wehrtechnik, Medizintechnik und Sensortechnik. In diesen Branchen wird nicht nur das Teil geliefert, sondern auch der Beleg dafür, wie es entstanden ist: Die Rückverfolgbarkeit reicht vom Rohmaterial über den Fertigungsplan und die Montage bis zum Prüfprotokoll, Bauteile werden dafür serialisiert. Die Zertifizierung nach EN 9100:2018 und die VG-Zulassungen für die Kabelkonfektion schreiben genau das vor. Fehlt der Nachweis, ist ein Teil nicht auslieferbar, auch wenn es längst fertig auf dem Tisch liegt.

Diese Nachweise entstehen nicht auf Papier. Sie werden in den Systemen des Betriebs erzeugt, abgelegt und später wiedergefunden, auch dann, wenn ein Kunde Jahre nach der Lieferung eine Charge zurückverfolgt. Verfügbarkeit ist deshalb kein Komfortthema: Ein Ausfall trifft nicht nur die laufende Schicht an den Maschinen, sondern auch die Auskunftsfähigkeit über bereits geliefertes Material. Genau daraus entsteht der Anspruch, den der Betrieb an seine IT stellt, nämlich Geschwindigkeit im Alltag, Transparenz über den Zustand und Ausfallsicherheit als Grundzustand statt als Ausnahme.

Dazu kommt, dass die Systemlandschaft mit dem Betrieb gewachsen ist. Das Leistungsspektrum hat sich über Jahrzehnte erweitert, von der Zerspanung über die Montage mechanischer und später elektronischer Baugruppen bis zur Kabelkonfektion seit 2021. Jede dieser Erweiterungen brachte Arbeitsplätze, Anwendungen und Abhängigkeiten mit sich. Was am Ende fehlte, war weniger ein einzelnes Stück Technik als ein beschriebener Zustand: welche Systeme es gibt, in welchem Wartungsstand sie sind, wovon sie abhängen und wie eine Wiederherstellung im Ernstfall konkret abläuft.

Die Lösung

Erst den Bestand beschreiben, dann die Basis stabilisieren

Der Serverunterbau läuft virtualisiert auf Proxmox. Virtualisierung heißt hier: Die Server haben keine eigene Hardware mehr, sondern laufen als abgekapselte virtuelle Maschinen auf einem gemeinsamen Unterbau. Das hat für einen Fertigungsbetrieb zwei praktische Folgen. Wartung wird planbar, weil einzelne Systeme unabhängig voneinander angefasst, verschoben oder neu gestartet werden können. Und die Sicherung greift auf Ebene der ganzen Maschine, sodass eine Wiederherstellung nicht als Neuinstallation mit anschließendem Nachbau beginnt, sondern als Rücksicherung eines bekannten Standes.

Proxmox setzt dabei auf Debian auf, eine Linux-Distribution mit langen Pflegezeiträumen und berechenbaren Updates. Das macht Wartung im Voraus planbar, statt sie durch erzwungene Versionswechsel zu diktieren. Der Unterbau wird auf aktuellem Stand gehalten, weil ein Fundament, das man nicht aktualisiert, sich später nur noch komplett tauschen lässt.

Der zweite Teil der Arbeit ist unspektakulär und im Betrieb der wichtigste: den Bestand beschreiben. Welche Systeme es gibt, wovon sie abhängen, in welchem Wartungsstand sie sind. Erst auf dieser Grundlage lassen sich Überwachung und Wartungsfenster sinnvoll planen, und erst dann ist eine Wiederherstellung ein Ablauf statt einer Rekonstruktion aus dem Gedächtnis.

Auf dieser Basis laufen die Anwendungen des Betriebs. Warenwirtschaft und Auftragsabwicklung liegen in SAP Business One, ergänzt um die Novaline Archivierung und deren Workflow für die revisionssichere Ablage. Dazu kommen X-MSK von XEN Soft, Nextcloud für den Dateiaustausch, Microsoft 365 an den Arbeitsplätzen und die Starface Telefonie. Für uns heißt Betreuung, dass diese Anwendungen mitgedacht sind, nicht nur die Maschinen, auf denen sie laufen.

Dazu kommt die Fertigungsseite. Konstruiert und programmiert wird mit SOLIDWORKS samt SOLIDWORKS CAM, dazu kommen Tebis und ESPRIT für die Bearbeitung sowie AutoCAD und Autodesk Inventor. Im Messraum arbeitet ZEISS CALYPSO an der Koordinatenmessmaschine, ergänzt um die Keyence-Messtechnik. Jede dieser Anwendungen stellt eigene Anforderungen an Rechenleistung, Grafik und Lizenzserver, und jede davon steht still, wenn die Basis darunter steht.

rund 42
Betreute Systeme
Server, Arbeitsplätze und Netzwerktechnik liegen in einer gemeinsamen Betreuung.
etwa 39
Arbeitsplätze
Neue Geräte gehen im selben Standard in Betrieb wie der Bestand.
EN 9100
Zertifizierter Rahmen
Die Norm für Luft- und Raumfahrt verlangt lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Das Ergebnis

Störungen sind Vorfälle, keine Suchaktionen

Der Unterschied zeigt sich weniger an einer einzelnen Kennzahl als daran, wie eine Störung heute abläuft. Weil die Umgebung überwacht und beschrieben ist, fällt eine Abweichung in der Überwachung auf und lässt sich einem System zuordnen, statt sie erst über den Betrieb einzugrenzen. Aus einer Suche nach der Ursache wird ein Vorfall mit bekanntem Ort.

Ebenso wichtig ist die Planbarkeit. Wartung, Updates und Erweiterungen liegen in abgestimmten Fenstern, und weil der Unterbau virtualisiert und dokumentiert ist, lässt sich vorher abschätzen, was eine Änderung kostet und was sie berührt. Für einen Betrieb, dessen Leistungsspektrum seit Jahrzehnten wächst und dessen Nachweise lange vorgehalten werden müssen, ist das die eigentliche Leistung: eine technische Basis, auf der der nächste Ausbau eine Entscheidung ist und kein Risiko.

Über den Kunden

Seit 1988 dort, wo es filigran wird

Hirt Systemtechnik wurde 1988 von Rüdiger Hirt gegründet, zog 1994 nach Malsch und ist seit 1998 am heutigen Standort in St. Leon-Rot ansässig. Aus über 35 Jahren sind nicht nur Erfahrung, sondern auch immer neue Fertigungsstufen geworden: 1995 kam die Montage mechanischer Baugruppen dazu, 2004 die elektronischer Baugruppen und von Analysespektrometern, 2018 Komponenten für die Verteidigungstechnik und 2021 die Kabelkonfektion. Geführt wird der Betrieb als Familienunternehmen.

Das Ergebnis ist eine ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe für einen Betrieb dieser Größe. Von der Konstruktion und der Materialbeschaffung über Drehen, Fräsen, Schleifen und Drahterodieren aus allen zerspanbaren Werkstoffen, die Oberflächenveredlung und die Montage bis zur Auslieferung entsteht alles im Haus. Geprüft wird im klimatisierten Messraum, unter anderem mit einem Keyence LM-X und einer Zeiss Dura Maxx 3D, damit auch enge Toleranzen an komplexen Konturen belegbar bleiben.

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